JazzLips
Von sieben Gründungsmitgliedern des Jahres 1970 sind heute noch zwei dabei: GÜNTHER LIEBETRUTH an der Klarinette und WOLF DELBRÜCK am Piano. PETER “BANJO” MEYER, als letztverbliebener Dritter, verließ die Band Ende 2018 aus gesundheitlichen Gründen. An seine Stelle tritt JÖRG ZSCHIMMER, ebenfalls an Banjo und Gitarre. HENDRIK-JAN TJEERDSMA, Tuba, und NORBERT WICKLEIN, Schlagzeug, stießen 1987 und 1993 dazu. JAN HAUKE STREBEL, Posaune, folgte 2010 und TORSTEN MAAß, Trompete, im Jahre 2016.  ROLF KLINGELHÖFER, Kornett, verstarb 2004 leider viel zu früh. Er war von den ersten Tagen der JAZZ LIPS seit 1970 dabei und prägte den Sound der Band entscheidend. Seinen letzten öffentlichen Auftritt mit den JAZZ LIPS hatte er am 15.Juni 2004, bei einer Riverboat-Shuffle auf der Hamburger Alster. An diesem Abend spielte Rolf wie in seinen besten Tagen, mit Freude, Verve, Power und Feeling, und die Band wird ihn so in Erinnerung behalten: „The song has ended, but the melody lingers on….“. Doch bei aller Trauer - The Show Must Go On... Nachdem THOMAS NIEMAND, der 2009 zur Band gestoßen war, die LIPS 2015 wieder verließ, übernahm JOACHIM REFARDT die Trompeterstelle. Diese Zusammenarbeit war jedoch auch nur kurzzeitig, denn als Bandleader der Swinging Fireballs war er dort zu sehr eingebunden. Das Glück war uns hold und bescherte uns kurz darauf mit TORSTEN MAAß einen erstklassigen Trompeter, der nicht nur außergewöhnlich spielt, sondern auch sonst gut zu uns passt. Nebenher arrangiert er für Musicalproduktionen, für die NDR- und WDR Big Band und begleitet öfter internationale Stars auf Europatourneen. 2010 hatte auch RUDGAR MUMMSEN, Posaue, ebenfalls ein Gründungsmitglied die LIPS, die Band verlassen. Für ihn kam JAN HAUKE STREBEL, ein prima Musiker, dessen mehrjähriger Arbeitsaufenthalt in der Schweiz just in diesem Jahr zu Ende gegangen war. Und so war es uns nur Recht, mit ihm einen musikalisch sehr erfahrenen und in jeder Hinsicht passenden Kollegen gefunden zu haben. GÜNTHER LIEBETRUTH, Klarinette ist der eigentliche Initiator der LIPS. Er hatte 1970 die Idee zur Gründung dieser außergewöhnlichen Band. Sein Klarinettenspiel ist deutlich beeinflusst von JOHNNY DODDS und SIDNEY BECHET. Sein “Liebetruphone”, eine Falcett-Imitation der Trompete und sein „creolischer” Scat-Gesang wurden zum typischem Bestandteil des Bandsounds, und er begeistert damit das Publikum stets aufs Neue. WOLF DELBRÜCK, Piano, ist sozusagen der Band eigener Dr. Jazz. Neben seiner Arbeit als Arzt galt seine ganze Hingabe immer dem Piano. Von Beginn an setzt er harmonische Glanzlichter und zeigt mit seiner linken Stride-Piano-Hand, wo es rhythmisch längs geht. Seine Vorliebe gilt dem Swing, aber auch dem Harlem Jazz. Der Name PETER MEYER kommt nicht eben selten vor, aber als „BANJO-MEYER“ war er ein echtes Marken-zeichen und ein international anerkannter Virtuose. Als Solist an Banjo und Gitarre, als Organisator, als geistvoller Conferencier und treibende Kraft war Peter ebenso seit 1970 dabei. Gesundheitliche Gründe waren es, die seinen Abschied im Norvember 2018 herbei führten. Mit HENDRIK-JAN TJEERDSMA, Tuba, griffen die JAZZ LIPS 1987 ganz tief in den Glückstopf, als sie den mit Sicherheit talentiertesten Tubaspieler der deutschen Jazzszene für sich gewinnen konnten. “Henne” besticht durch seine kontrapunktische Spielweise, seinen unglaublichen Swing und Spielwitz. Ab und zu tritt er wortwörtlich nach vorne und legt Soli hin, die ihresgleichen suchen. NORBERT WICKLEIN, Schlagzeug, fand nach vielen Jahren in der Rock-, Pop- und Schlager-Szene der DDR bei Frank Schöbel und später als Mitglied des „Blamu Jatz Orchestrions Weimar” erst durch die JAZZ LIPS zum richtigen! Jazz. 1993 “flüchtete” er von Potsdam nach Ahrensburg und traf, nach einer festen Band Ausschau haltend, durch einen glücklichen Zufall auf die LIPS, die ihrerseits einen neuen Mann an den Drums suchten. Die Einheit von Ost und West in der Band wurde prompt vollzogen, und seither können sich die Kollegen auf seinen marschierenden Paradebeat und unermüdlichen Drive verlassen. Diese Band hat etwas geschaffen, um das sie von vielen Kollegen beneidet wird: einen völlig individuellen und unverwechselbaren Sound, der nach den ersten Takten sofort erkennen lässt - das sind die JAZZ LIPS! Der Klarinettist und Jazz-Publizist REIMER VON ESSEN schreibt 1995: „…. es kommt ein Zug als wesentlich und typisch für die JAZZ LIPS ins Spiel, sobald man ihre Musik hört: Sie formen Material aus sehr vielen verschiedenen Jazzecken zu ihrer ganz eigenen Musik. Von der sicheren Basis der schon durch die HOT- SEVEN-Besetzung angedeuteten Stilistik der schwarzen Bands der 20er Jahre ausgehend, arbeiten sie Elemente der frühen Bigband, Stilmerkmale des lokalen New Orleans Jazz der 50er bis 70er Jahre in ihre Musik ein, spielen klassischen Ragtime und lassen dabei die Väter des Frisco-Stils mit anklingen, flechten Harlem Stil Einflüsse in die Arrangements und zeigen, wie sie WILBUR DE PARIS und seine New Orleans Musik hören, lassen fundierte Beschäftigung mit unterschiedlichen Bluesmusik-Stilen erkennen. Für ihre karibischen Farben sind sie besonders beliebt. Neuerdings klingen einige Pianoeinwürfe schon ganz schön modern über dem Tuba-Banjo-Beat, gelegentlich rockt der Rhythmus wie bei den Streetbands der jungen New Orleans Generation, und dazwischen lugt immer mal wieder die alte Banjokultur Amerikas aus dem Stilfarbkasten hervor. Es ist ein überwältigend positiver, froher und lebensbejahender Ausdruck, der von dieser Musik ausgeht, der die gemeinsame Schwingung prägt, die den Hörer sofort erreicht, die intensive Wärme, die direkt und sofort ausstrahlt. Das kommt, weil viel Sachverstand, Gefühlstiefe, Bühnenerfahrung, die hörbar bewusste Orientierung an den großen schwarzen Vorbildern, aber auch viel Selbstkontrolle in diesem Ausdruck mitschwingt; alles dies balanciert die Fröhlichkeit dieser Musik aus“. Die JAZZ LIPS haben mit einigen der letzten Großen des alten Jazz musikalisch und menschlich sehr intensive Berührungen gehabt. Der Kontakt zu gleich gesinnten Musikern hatte schon immer hohen Stellenwert. Auf ihren Konzerten präsentieren sie seit vielen Jahren ihre musikalischen Freunde aus dem In- und Ausland. Absolute Highlights waren dabei die Auftritte und Schallplattenaufnahmen mit den Jazz-Giganten „BANJO“ IKEY ROBINSON aus Chicago, dem Trompeter THOMAS JEFFERSON und Klarinettisten PAUL „POLO“ BARNES  aus New Orleans. Alle Engagements sollen und können hier nicht aufgezählt werden, aber immer und überall versteht es diese Band, ihre Zuhörer zu begeistern. Solange es eine traditionelle Jazzszene gibt, werden die JAZZ LIPS sich daran maßgeblich beteiligen. Seit nunmehr 48 Jahren beweisen sie das schon …
Seitenanfang Seitenanfang
Juliane Klingelhöfer [juliane@jazzmarket.de]
weitere Pressefotos bitte anfordern über:
Hörbeispiele in der Galerie
HOME MUSIKER NEWS GńSTE CDís DATES BOOKING GALERIE LINKS IMPRESSUM PRESSE